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Der Neue Markt

Firmeninsolvenz

13.01.2012

In Folge des der Krise am Neuen Markt sind einigen Firmen in die Insolvenz gegangen. Doch was bedeutet das eigentlich?

Ist Privatinsolvenzen gleich Firmeninsolvenzen?

In Finanzkreisen unterscheidet man in Deutschland zwischen Privatinsolvenzen und Firmeninsolvenzen. Dabei werden Firmeninsolvenzen auch gerne als Regelinsolvenzen bezeichnet. Von einer Insolvenz spricht man, wenn ein Schuldner so große Geldprobleme hat, dass er seinen Zahlungsverpflichtungen gegenüber seinen Gläubigern nicht mehr nachkommen kann. Das heißt, dass der Schuldner - bei einer Firmeninsolvenz der Firmeninhaber - von einer akuten Zahlungsunfähigkeit betroffen ist, die zudem bereits mit einer Überschuldung einhergehen kann.

Was ist ein Insolvenzantrag?

Ist dies der Fall, muss der Firmeninhaber schnellstmöglich die Insolvenz beantragen. Tut er dies nicht, obwohl er um die Situation seines Unternehmens weiß, begeht er eine Straftat. Hier spricht man dann von Insolvenzverschleppung, was in Deutschland mit einer Freiheitsstrafe geahndet werden kann. Zudem besteht die Möglichkeit, dass auch ein Gläubiger, beispielsweise das Finanzamt, für das Unternehmen die Insolvenz beantragen kann.

Zur Beantragung einer Firmen- oder Regelinsolvenz wird kein Anwalt benötigt. Hierbei ist es nur wichtig, dass der Insolvenzantrag wahrheitsgemäß und vollständig ausgefüllt werden muss. So werden mit dem Antrag sämtliche Vermögensgegenstände abgefragt, die das Unternehmen betreffen. Weiterhin muss der Grund für die Insolvenz erörtert werden. Der Firmeninhaber muss sich äußern, ob er das Unternehmen weiterführen oder schließen möchte. Ein weiterer wichtiger Punkt beim Antrag ist die Gläubigerliste. Hier müssen alle Gläubiger samt finanzieller Verpflichtungen genannt werden. Das Gericht hat schreibt diese dann an und informiert sie über die Insolvenz. Ist der Antrag ordnungsgemäß und vollständig ausgefüllt, muss dieser an das Gericht zurückgeschickt werden. Etwa 2 Wochen später bekommt die Firma in einem Schreiben mitgeteilt, dass die Insolvenz eingereicht wurde und nunmehr keine Pfändungen von Gläubigern vorgenommen werden dürfen. Für viele Schuldner ist dies die erste Möglichkeit zum Durchatmen. Denn nun kann alles nur noch besser werden und der finanzielle Druck ist weg. Man steht jetzt buchstäblich unter "Schutz des Gerichtes".

Was macht ein Insolvenzverwalter?

In der Regel kann sich der Firmeninhaber den Insolvenzverwalter selbst aussuchen. Dieser stellt einen Gutachter, der beurteilt, ob eventuelle Vermögensgegenstände der Firma veräußert werden können, um Gläubiger zu bedienen. Allerdings werden bei einer Weiterführung des Unternehmens nur Gegenstände veräußert, die die Existenz des Unternehmens nicht bedrohen würden. So kann beispielsweise ein Tischler ohne seine Hobelbank nicht arbeiten und kein Geld verdienen.

Der Gutachter schreibt danach alle Gläubiger an und weist sie darauf hin, dass sie ihre Forderungen anmelden müssen. Nachdem der Gutachter seine Unterlagen bei Gericht eingereicht hat, legt dieses den Termin für das Verfahren fest. Als Schuldner muss man nicht zu diesem Termin vor Gericht erscheinen, da es sich hierbei nur um eine formelle Sache handelt.

Hat der Termin stattgefunden, dann befindet sich die Firma in der so genannten Wohlverhaltensphase. Diese erstreckt sich über einen Zeitraum von 6 Jahren, in denen der Firmeninhaber so viel Schulden begleichen muss, wie er kann. Nach den 6 Jahren ist das Unternehmen schuldenfrei und kann wieder seinen normalen Geschäften nachgehen.

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