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Der Neue Markt

Das 1mal1 der privaten Buchhaltung

17.03.2012

Jeder geschäftsfähige Bürger verfügt über ein Haushaltsbudget mit Einnahmen und Ausgaben. Ganz unabhängig davon, um welche Einnahmen es sich dabei handelt, werden sie bargeldlos gezahlt. Daraus resultiert, dass auch jeder ein Girokonto unterhalten muss. Die Kreditinstitute sind heutzutage verpflichtet, die Führung eines Girokontos zu ermöglichen. Und der wichtigste Grundsatz lautet: Auskommen mit dem Einkommen. Die Ausgaben dürfen, auf den Monat gerechnet, nicht höher als die Einnahmen sein. Umgekehrt ist es besser, weil dann ein kleiner Überhang verbleibt, der im kommenden Monat zusätzlich zur Verfügung steht. Umgangssprachlich wird das auch als ein gutes oder weniger gutes Wirtschaften bezeichnet, und dabei sind einige Grundsätze zu beachten.

Sichern Sie die Liquidität

Die laufenden, monatlich regelmäßig wiederkehrenden Einnahmen und Ausgaben werden zu unterschiedlichen Terminen fällig. Sofern für das Girokonto kein Dispo-Kredit, also Überziehungskredit bewilligt ist, der im Übrigen monatlich hohe Sollzinsen kostet, muss wöchentlich, manchmal täglich darauf geachtet werden, dass für die fälligen Ausgaben genügend Guthaben auf dem Konto ist. Die Liquidität muss gesichert sein. Daher ist es wichtig, neben der ständigen Kontrolle auch die Termine für fällige Ausgaben so zu legen, dass vorher die Monatseinnahmen eingehen. Das Gehalt, die Rente oder die Transferleistung von Jobcenter oder Gemeinde muss auf dem Konto eingegangen sein, bevor die Miete, die Energievorauszahlung oder die Telefonabrechnung abgebucht werden.

Planen Sie mit Lastschrift und Dauerauftrag

Regelmäßige Monatsausgaben werden vielfach per Lastschrift oder per Dauerauftrag gezahlt. Die Zahlungstermine werden zwischen Kontoinhaber und Vertragspartner vereinbart, und in der Regel werden zwei oder drei verschiedene Abbuchungstermine angeboten. In diesen Fällen sollte immer die späteste Möglichkeit innerhalb des Monats gewählt werden. Alle Einnahmen werden Anfang, spätestens Mitte des Monats überwiesen, sei es rückwirkend oder im Voraus. Die Ausgaben für die kommenden vier Wochen sollten so weit wie möglich über den Zeitraum verteilt werden, bis hin zur letzten Abbuchung zum 20. oder 25. des Monats.

Führen Sie eine Staffelrechnung für jeden Kalendertag durch

Für den Liquiditätsüberblick auf dem Girokonto bietet sich eine Staffelrechnung an, die auf einer A4-Seite möglich und denkbar einfach ist und mittels einer Buchhaltungssoftware sogar zum Kinderspiel wird. Für jeden Kalendertag wird eine Zeile eingerichtet. Sie werden von 1 bis 31 durchnummeriert. Daneben werden vier Spalten gebildet. In der ersten Spalte wird namentlich eingetragen, um welche Art von Einnahmen und Ausgaben es sich handelt. Die zwei Spalten daneben sind für die Einnahmen und für die Ausgaben reserviert, und die vierte, letzte Spalte ist die Saldenspalte. Dieser Vordruck gilt monatsweise, muss also für jeden Monat neu erstellt werden.

Jetzt werden in der jeweiligen Zeile des infrage kommenden Datums die Einnahmen und Ausgaben eingetragen, die an diesem Tage fällig sind. Die Rente beispielsweise am Monatsersten, die Wohnungsmiete am Monatsdritten, die Telefonkosten am 15. des Monats und so weiter. Das Wirtschaftsgeld für den Lebensunterhalt kann über den Monat verteilt in zwei oder drei Monatsraten vom Konto abgehoben werden. Wichtig ist, dass alle, auch wirklich alle Ausgaben erfasst werden, und natürlich auch die kompletten Einnahmen.

Anschließend kommt der letzte, wichtigste und auch interessanteste Schritt, nämlich das Ausfüllen der Saldenspalte. Von Zeile zu Zeile ist der aktuelle Kontostand zu ermitteln. Von der Einnahme am Monatsersten wird die Miete abgezogen, die wenige Tage später fällig ist. Der Saldo, sprich der Kontostand verringert sich. Diese Addition beziehungsweise Subtraktion muss Zeile für Zeile durchgerechnet werden, also vom Monatsersten bis zum Monatsletzten. Es ergeben sich tägliche Zwischensummen, die mit dem Kontostand identisch sind, sein müssen.

Planen Sie ihr Monatsbudget

Und dann folgt die Bewertung des Monats, der Überblick über das Monatsbudget. Mehrere Aspekte sind zu beachten. Wie ist der Kontostand am Monatsletzten, ergibt sich ein Plus- oder ein Minussaldo? Wenn pro Monat nur eine einzige Gutschrift auf dem Konto erfolgt, und das auch noch am Monatsanfang, ist der Überblick denkbar einfach. Wenn zu verschiedenen Terminen mehrere Male Einnahmen eingehen, wie Gehalt, Kindergeld, Minijoblohn oder ähnliches, ist die Saldenspalte umso bedeutender. Denn in diesen Fällen kann es durch die unterschiedlichen Termine vorkommen, dass höhere Ausgaben fällig werden, als bis dahin Einnahmen eingegangen sind. Wenn keine Kontodeckung vorhanden, oder der Dispo-Kredit ausgeschöpft ist, wird nicht abgebucht, und es kann auch kein Bargeld abgehoben werden. Diesen Situationen muss vorgebeugt werden, indem die Fälligkeitstermine der betreffenden Ausgaben angepasst werden. Das muss vorher geschehen, denn hinterher ist es auf jeden Fall zu spät. Entweder wird dann nicht abgebucht, oder am Geldautomaten wird nichts ausgezahlt.

Da die meisten Monatsausgaben vom Termin her variabel sind, hat der Kontoinhaber viel Einfluss auf sein Auskommen mit dem Einkommen. Er muss genau planen und seine Ausgaben von Termin sowie Höhe her realistisch eintragen. Und wenn er mehr Ausgaben einplant, als Einnahmen vorhanden sind, hat er noch rechtzeitig die Gelegenheit, seine Ausgaben zu kürzen oder zu korrigieren.

Eine komplexe finanzielle Analyse.
Eine komplexe finanzielle Analyse wie auf diesem Bild ist nicht immer notwendig. Für die private Buchhaltung reicht in den meisten Fällen eine Excel-Tabelle.
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