NM-Info.de

Der Neue Markt

Facebooks Börsengang

03.07.2012

Facebook gilt gegenwärtig als eines der interessantesten Projekte, die das Internet zu bieten hat. Denn das Webportal, das Menschen untereinander verknüpft, weist rund eine Milliarde Nutzer auf. Das ist umso beachtlicher, da sich das Angebot erst seit dem Jahre 2004 etabliert hat und in relativ kurzer Zeit immer neue Rekorde erreichen konnte. Insofern kam die Ankündigung eines Börsenganges nicht überraschend. Dieser sollte neue Geldquellen für das Unternehmen erschließen. Zwar gilt dessen Gründer Mark Zuckerberg bereits in jungen Jahren als einer der vermögendsten Menschen weltweit. Facebook dagegen benötigt neuen finanziellen Antrieb, um sich die immer stärker werdende Konkurrenz auch weiterhin auf Distanz halten zu können. Die Emission der Aktien wurde daher mit Spannung betrachtet. Analysten waren jedoch von vornherein skeptisch.

Der Verlauf der Facebook Aktie
Der Verlauf der Facebook Aktie (Quelle: Wallstreet Online)

Pannen beim Börsenstart

Doch was als größter Börsengang in die Geschichte eingehen sollte, wurde von einer Vielzahl an Pannen und Peinlichkeiten begleitet. Denn trotz des zu erwartenden Ansturmes auf die Wertpapiere hatte es der Börsenbetreiber Nasdaq nicht geschafft, die Zahl der eingehenden Transaktionen zu bewältigen. So kam es immer wieder zu Systemausfällen und Verzögerungen. Sie führten auch dazu, dass der Börsengang um eine halbe Stunde verschoben werden musste. Mag das noch ein denkbar kleines Übel gewesen sein, so könnten andere Vorgehensweisen ein Fall für die Untersuchungsbehörden werden: Einige der Kaufwünsche wurden nicht oder nur fehlerhaft bearbeitet. Zwar ist es nachvollziehbar, dass ein überzeichnetes Wertpapier nicht an jeden Interessenten verkauft werden kann. Doch kam es bei diesem Börsengang zu einigen nicht nachvollziehbaren Nachteilen, die insbesondere Kleinanleger betrafen.

Drastische Kursentwicklungen

Neben alle Pannen, die der Börsengang mit sich führte, war natürlich die Preisentwicklung der Facebook-Aktie von großem Interesse. Sie jedoch hielt bislang nicht, was sich einige der Investoren davon versprachen. Wurde das Papier am Emissionstag zu 38 US-Dollar ausgegeben, so rauschte der Wert schon wenige Stunden später ins Minus. Zwar wurde kurzzeitig die Gewinnzone erklommen. Bereits am zweiten Handelstag ging es allerdings abwärts. Ein Trend, an dem sich seither nur geringfügig etwas verändert hat. Allerdings scheint das Wertpapier zumindest seine Talsohle erfolgreich verlassen zu haben. Diese lag bei rund 26 Dollar und somit ein Drittel unter dem ursprünglichen Preis. Gegenwärtig kletterte das Papier zwar auf rund 30 Dollar, befindet sich aber noch immer tief in der roten Zone.

Die Warnungen überhört

Allzu überraschend kommt dieser Verlust allerdings nicht. Zwar wurde vor dem ersten Handelstag vehement Werbung für die Aktie betrieben. Ebenso ist es unzweifelhaft, dass das Unternehmen in den letzten acht Jahren einen unvergleichlichen Aufstieg bewältigt hat. Doch taugt dieser Umstand eben nicht für eine Prognose der Zukunft. Die möglichen Ursachen des Sturz der Facebook Aktie sind vielfältig aber insbesondere die immer stärker werdende Konkurrenz könnte Facebook in den nächsten Jahren das Leben schwer machen. Denn was einst als kleine Spielerei für Studenten und Schulabsolventen begann, läutete das Zeitalter der sozialen Netzwerke ein. Und an diesem Kuchen wollen verschiedene Anbieter mitverdienen. Analysten bemängelten zudem über lange Zeit, dass der Wert des Unternehmens vor dem Börsengang als überzogen angesetzt wurde und der Absturz der Aktie daher eine logische Folge sei.

Düstere Aussichten oder Chance auf Gewinne?

Natürlich kann nur spekuliert werden, wie sich das Papier in den kommenden Monaten und Jahren entwickeln wird. Zweifelhaft erscheint dagegen die Aussicht, dass Facebook schon bald den Emissionswert von 38 US-Dollar erreichen wird. Wahrscheinlicher ist es, dass die Aktien auch in der nächsten Zeit nur selten den Kurs von 30 bis 32 Dollar überspringen werden. Wegen der vielen brisanten Meldungen, wonach es bei dem Börsengang Ungereimtheiten gab, kann es zudem immer wieder zu Rücksetzern kommen. Langfristig ist dagegen entscheidend, wie sich das Unternehmen jetzt mit den eingenommenen Geldern positioniert. Kurse unterhalb der Marke von 25 Dollar können daher eine Investition wert sein. In jedem Falle sollte der Anleger jedoch viel Geduld mitbringen.

Impressum
© NM-Info.de informiert über den Neuen Markt.