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Wenn eine Trading-Software Amok läuft

14.08.2012

Die Knight Capital Group musste Anfang des Monats schwere Verluste hinnehmen. Die Ursache war ein Fehler in ihrer Trading-Software.







Wenn automatisierter Aktien-Handel Amok läuft, wie es Anfang der Woche an der Wall Street geschehen ist, kann die verantwortliche Firma meist einen Not-Aus Schalter betätigen. Als jedoch am 1. August ein Trading-Programm der Knight Capital Group katastrophale Trades durchführte, dauerte es mehr als 30 Minuten, bis ein Verantwortlicher das Programm beendet konnte. In dieser Zeit hatten sich bereits 440 Millionen US-Dollar Verlust angehäuft.

Was ist schief gelaufen?

Einige Knight Mitarbeiter und Vertreter der New Yorker Börse bemerkten den Sturm zielloser Trades wenige Minuten nach Handelsbegin und alarmierten umgehen das verantwortliche Management.

Jetzt fragen Mitarbeiter, Börsenvertreter und andere Firmen, die auf elektronische Trades setzen: Wo war der Not-Aus Schalter? Da beim automatisierten Handel innerhalb weniger Sekunden gigantische Verluste entstehen können, ist eine solche Funktion eigentlich Standard.

Sogar ein oder zwei Minuten hätten mich überrascht. Nach unserem Zeitverständnis wäre das schon eine Ewigkeit. Dass so etwas für 30 Minuten läuft, ist schockierend.
David Lauer, ehemaliger Trader bei einer High-Speed Firma

Welche Folgen hat der Amoklauf?

Die Börsenaufsicht plant Nachforschungen anzustellen, wie es zu einer solchen Verzögerung zwischen der Entdeckung des Problems und dem Abschalten des Programms kommen konnte. Bis jetzt hat die Firma dazu noch keine Stellung bezogen. Nicht mal gegenüber den Mitarbeitern.

Der Aktienkurs der Knight Capital Group (KCG) ist seit dem 1. August um 70% gefallen.
Der Aktienkurs der Knight Capital Group (KCG) ist seit dem 1. August um 70% gefallen. (Quelle: YCharts)

Verschiedene Wallstreet Firmen haben 400 Millionen US-Dollar zur Verfügung gestellt um die Knight Capital Group, deren Aktienkurs seit dem Desaster um 70% gefallen ist, zu retten. Dafür bekommen sie insgesamt 73% der Firmenanteile und drei Sitze im Aufsichtsrat.

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